日本の文学賞

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Stadt der Verlierer

フリードリヒ・グラウザー賞

Stadt der Verlierer

Lilian Faschinger

ウィーンを舞台に、私立探偵、行方不明者探し、複数の男女の関係が絡み合う犯罪小説。皮肉とグロテスクなユーモアで、敗者たちの都市を描く。

犯罪小説ウィーン皮肉私立探偵

作品情報

ウィーンの街で、滑稽さと不穏さを帯びた人間模様が事件へ傾いていく。

リリアン・ファシンガーのドイツ語長編。私立探偵エマ・ノヴァクとミック・ハンマールを含む群像を通し、自己憐憫と都市の滑稽さを犯罪小説の形で描く。

レビュー要約

  • 辛辣なユーモアと都市の描き方が評価されている。登場人物の弱さを笑いに変えながら、犯罪小説としての不穏さも保っている。

書籍情報

出版社
Hanser, Carl GmbH + Co.
発売日
2007-02-01
ページ数
315ページ
言語
ドイツ語
サイズ
13.6 x 2.9 x 20.9 cm
ISBN-13
9783446208179
ISBN-10
3446208178

Amazon.co.jp: Stadt der Verlierer : Faschinger, Lilian: 洋書

レビュー

  • Monströs

    Das Schreiben der Autorin gebiert Ungeheuer, und der Leser kommt darin um? Das vielleicht nicht, aber verlieren kann man sich schon in diesem Roman, und dass Lilian Faschinger, als erneut souverän erzählende Scheherazade, hier ein Monster geschaffen hat, ist offensichtlich. Matthias heißt das Ungeheuer auf diesen Seiten, nicht Grenoille, und besonders perfide ist der Schachzug der Autorin, ihr männliches Pendant als Ich-Erzähler auftreten zu lassen. (Pendant deshalb, weil SIE es ja ist, die mit Matthias, schreibend zwar, zur Mörderin wird.) Wäre schon interessant zu wissen, ab wann der Leser/die Leserin merkt, dass wir es hier mit einem Monster zu tun haben. Die Autorin jedenfalls streut Hinweise sparsam aus, bleibt konsequent in den von ihr gewählten Erzählperspektiven und überlässt es dem lesenden Publikum, sich (s)eine eigene Meinung zu bilden. (Dass Bruce Springsteen dabei nicht besonders gut weg kommt, sei nur am Rande erwähnt: Dessen leitmotivisch eingestreute Songlines - der "Tunnel of Love" als Geburtskanal? - gehen einem mit der Zeit ebenso auf die Nerven wie Matthias' somnambule Selbst- und Weltwahrnehmung.) Amüsant ist das alles nur bis zu jenem Punkt, da einem das Amüsement im Halse stecken bleibt - und das soll wohl auch so sein. Was am Ende bleibt, ist Ernüchterung allenthalben und doch auch eine klitzekleine Utopie, dass Liebe - hier in der gleichgeschlechtlichen Form - vielleicht doch möglich sei. Nur eben ganz anders, als man(n) das gemeinhin erwarten würde.

  • Wiener Gruselkabinett

    Was will ich, wenn ich im Buchladen einen Roman erstehe? Romane sind erfundene Geschichten - Liebesgeschichten, Krimis, Fantasy. Sie haben nichts mit der Wirklichkeit zu tun, selbst wenn sie das behaupten, und ich will mich von ihnen nicht informieren, sondern in eine andere Welt versetzen lassen, umso mehr, wenn meine Gedanken auf der Farbenskala gerade ins Trübe, Dunkle hinunterreichen. Faschingers Helden, die Guten wie die Bösen, leben permanent zwischen Dunkelgrau und Tiefschwarz. In diese Welt mag ich mich nicht versetzen lassen. Die Hauptfiguren des Romans sind allesamt Psychopaten. Der Ich-Erzähler, nach gängigem Klischee durch sexuellen Missbrauch bei seinen Adoptiveltern selbst zum Strichjungen verformt; diverse mehr oder wenige nymphomanische und mit einer Ausnahme durchwegs widerliche und hässliche Frauengestalten, die er skrupellos ausbeutet. Eine Detektivin, deren Mitarbeiter offenbar mit einem IQ von 85 begabt ist, deren Mutter mit Reinkarnationsmumpitz gutes Geld verdient, und die sich schließlich von einer Lesbierin trotz derer grauenhaften Kochkünste verführen lässt. Ihr seniler Vater, der von seinen nie stattgefundenen Heldentaten im Weltkrieg träumt, ist von all diesen Typen nopch der am wenisten ‟Gspinnerte‟. Selbst die Mitbewohner des Mietshauses, die Mitfahrgäste in der U-Bahn, die Bettler, die Kellner, die spielenden Kinder: alle sind sie proletisch, grau, hässlich, zum Kotzen. Ich kenne Wien nicht sehr gut, und hin und wieder begegnet man dort sicherlich, wie überall, einen Menschen, der der ganzen Welt seine persönliche Meinung kundtun will, der, oder meist die, voller Hingabe von ihren letzten Rentengroschen – ich meine Cents – die Tauben füttert. Aber das sind kleine Punkte auf einem ziemlich hellen Grund. Die schwarze, alles Fröhliche auslöschende Farbe, die sehe ich nicht, und ich will sie mir auch durch meine Lektüre nicht aufdrängen lassen. Warum ich das Buch trotzdem zu Ende gelesen habe? Weil es gut geschrieben ist, so gut, dass ich es schwer fand, nicht mit in diese Vorhölle einzutauchen. Immer wieder musste ich eine Pause einleben. Doch auch Picassos Bild Guernica ist ja nicht ausgesprochen erbaulich, und man kann es trotzdem bewundern.

  • ein ungewöhnliches Buch, faszinierend, spannend und überraschend

    Es geht um einen jungen Mann, der in Wien in den Tag hineinlebt und von einem erotischen Erlebnis zum anderen taumelt. Keine Frau, egal welchen Alters, scheint ihm widerstehen zu können, liebend gern halten sie ihn auch aus. Das "normale" bürgerliche Leben langweilt ihn,stößt ihn ab und auch die Partnerinnen verlieren immer schnell ihren Reiz, vor allem gerade auch deshalb, weil sie ihm so bedingunslos verfallen sind. Auf der anderen Seite begleiten wir eine junge Privatdetektivin, die diesen jungen Mann für seine leibliche Mutter, die ihn einst zur Adoptionfreigegeben hat, ausfindig machen soll. Als der junge Mann eine halb tote Frau findet und sich im Anschluss an ihre Genesung eine Beziehung zwischen den beiden entwickelt, nimmt eine ungewöhnliche Entwicklung ihren Lauf. Stadt der Verlierer spielt sozusagen nebenan, in den Nachbarhäusern in Wien. Die Protagonisten der Geschichte sind Typen, denen man täglich auf der Straße begegnen könnte und doch offenbaren sie im Laufe der Handlung versteckte, oft dunkle Seiten. Ein herrliches Lesevergnügen, bösartig und unangepasst.

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